Nach zwei eher machbaren Aufgaben steht unserem FC Wacker Innsbruck nun der erste schwierige Brocken ins Haus. In der Grazer UPC-Arena versperrt die Mannschaft von Peter Hyballa den Weg ins Viertelfinale des ÖFB-Cups.

Richtiger Gegner zur richtigen Zeit?

Tradition hat viele Gesichter, so gibt es auch in der Geschichte von Schwarz-Grün einige spannende Kapitel über das Auftreten im österreichischen Cupbewerb. Abgesehen von den siebenfachen Triumphen gibt es auch allerhand über Stolpersteine und Kuriositäten zu erzählen. So ist es kein Geheimnis, dass die Innsbrucker in den letzten Jahren nicht häufig mit positiven Schlagzeilen in Verbindung gebracht wurden. Auch heuer überstand die damals noch von Walter Kogler gecoachte Mannschaft die ersten beiden Runden eher mit Hängen und Würgen denn mit Glanz und Gloria. Zum Auftakt der neuen Spielzeit zitterte unser FCW 120 Minuten lang beim Regionalligisten aus Gratkorn und setzte sich erst im Elfmeterschießen durch. Sowohl der überragende Szabolcs Safar als auch Christopher Wernitznig werden das Spiel wohl in besonderer Erinnerung behalten, denn "Wuschi" vergab zuvor noch in der regulären Spielzeit einen berechtigten Strafstoß in Andrea-Pirlo-Manier. Die zweite Runde beim niederösterreichischen Vertreter Sollenau verlief zunächst ähnlich spannend. Als ob die Mannschaft zeigen wollte, etwas aus der Gratkorn-Partie gelernt zu haben, vermied man dank Roman Wallner den erneuten Gang ins Elfmeterschießen. Denn blieb es nach 90 Minuten bei einem mageren 1:1, machte Wackers Sturmhoffnung quasi im Alleingang den Aufstieg in das Achtelfinale klar. Drei Tore innerhalb von zehn Minuten – übrigens bis heute die einzigen – ließen die Klasse von Wallner aufblitzen. So schenkte der 5:1-Erfolg beim Ostligisten etwas Ablenkung von der tristen Bundesliga-Misere. Eine weitere Erfahrung aus der wackeren Tradition zeigt aber, dass man gegen höher eingeschätzte Mannschaften häufig über sich hinaus gewachsen ist. Nach dem Trainerwechsel im schwarz-grünen Lager ist eine Aufbruchstimmung spürbar, die man sich so lange gewünscht hatte. Schließlich bekommt man es nun zum ersten Mal unter der Verantwortung von Roland Kirchler mit einer Top-Mannschaft zu tun. Finden da genau zwei Konstante zueinander?

Ein Schritt nach vorn, zwei zurück

Immer wenn man das Gefühl bekommt, Sturm gibt nun unter der Leitung von Neo-Coach Peter Hyballa richtig Gas, fängt der Motor an zu stottern. In der Liga führen die Steirer ganz klar an – allerdings nur das Mittelfeld. Der Rückstand auf die Wiener Klubs und Salzburg ist eindeutig und peinliche Ausrutscher wie gegen Mattersburg und Wiener Neustadt kosteten wichtige Punkte. Da ist der Cup für Blackies eine gern gesehene Abwechslung. Allerdings wird auch dort der Tiroler Traditionsverein der erste wahre Prüfstein dieser Saison sein. Genau wie die Innsbrucker duellierte sich Sturm bisher nur mit Mannschaften aus dem Amateurbereich. Vor den Toren der Tiroler Landeshauptstadt schlug man zunächst die WSG Wattens knapp mit 1:0 - was für Roland Kirchler den paradoxen Nebeneffekt hat, innerhalb einer Cupsaison zwei Mal gegen den gleichen Gegner antreten zu müssen. Ein Wink des Schicksals? Wünschenswert wäre dies aus schwarz-grüner Sicht definitiv. In der zweiten Cuprunde verschlug es das Team aus der Murmetropole zu den im Innsbrucker Fanlager noch bestens bekannten SV Schwechat. Als eines der wenigen Bundesliga-Teams blieb man dort souverän – 5:0, garniert mit einem lupenreiten Hattrick von Rubin Okotie, hieß das Endergebnis. Man merke: Nicht alles bei Sturm ist schlecht, was fehlt ist die Kontinuität dazwischen.

Überwintern will gelernt sein

Was haben Austria Lustenau, die Wiener Austria und der SV Grödig gemeinsam? In dieser Reihenfolge verloren die Schwarz-Grünen in den letzten Jahren jeweils ihre Achtelfinalpartien. Richtig dick kam es im Jahr 2008, als schon in Runde Eins gegen Parndorf Schluss mit den Cupträumen war. Das letzte Mal drangen die Innsbrucker im Jahr 2006 in die Runde der letzten Acht vor – und unterlag schließlich mit 0:2. Einer der Torschützen damals war übrigens Roman Wallner, der nun mit seiner jetzigen Mannschaft den Jahreswechsel noch als aktiver Cup-Teilnehmer erleben möchte. Aber nicht nur er hat manch interessante Anekdote parat, auch Trainer Roland Kirchler wird sich an viele gelungene Cup-Abende erinnern. Den schönsten verbrachte er sicherlich im Jahr 1993, als er noch als Spieler gemeinsam mit dem FC Wacker Innsbruck den bisher letzten Cup-Sieg feierte. Als Trainer wartet für ihn nun das nächste Kapitel darauf, geschrieben zu werden.

Für alle daheimgebliebenen Wacker-Anhänger bietet sich die Möglichkeit, das Cupspiel zwischen unserem FC Wacker Innsbruck und Sturm Graz ab 18 Uhr auf ATV live mitzuverfolgen!

Spieldaten:
ÖFB-Samsung-Cup, Achtelfinale
SK Puntigamer Sturm Graz – FC Wacker Innsbruck
Dienstag, 30. Oktober 2012, 18:00 Uhr
UPC-Arena, Graz
SR Manfred Krassnitzer

Partner:

Innsbrucker Kommunalbetriebe AG
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Bewerbssponsoren:

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